Wie meine Kinder mal vor dem Frühstück zu einem Disneyfilm kamen

Nur kurz vorweg, denn darum soll es jetzt nicht gehen: ich halte  nicht viel davon seine Kinder vor dem Fernseher zu parken. Bis unsere Mäuse zwei Jahre alt waren kannten sie Fernsehen gar nicht. Jetzt gibt es bei uns eine Ausnahme, das Nägel schneiden nach dem Baden. Dabei dürfen die beiden eine Folge „Lauras Stern“ schauen. Oh, und als ich krank war durften sie sogar zwei schauen. Und heute, heute morgen war es sogar  ein ganzer Disneyfilm…

Normalerweise sind meine Töchter ausgesprochene Langschläfer. Wir sagen immer, dass ist unsere Gerechtigkeit für die schwere Zeit der Fütterungsstörung. Im Moment aber wachen sie regelmäßig morgens um 5 auf. Ich versuche dann sie zum nochmaligen einschlafen zu bewegen, mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg. Ich mache ein Hörspiel an und erkläre, dass es noch ein bisschen früh ist, dass sie noch etwas schlafen sollen oder, wenn es nicht mehr klappt, sich im Zimmer beschäftigen können bis ich fertig bin. Manchmal klappt das super und sie schlafen nochmal ein, manchmal stellen sie ihr Zimmer auf den Kopf und seit neuestem finden Sie ir-gend-eine Möglichkeit ihre Zimmertür zu öffnen und mich freudestrahlend unter der Dusche zu erschrecken. Mit allen drei Varianten kann ich gut leben.

Heute waren sie wieder mal so früh wach. Ich also rein, eingekuschelt, Hörspiel an, ermahnt. Dann habe ich mich sogar todesmutig nochmal hingelegt – und bin eingeschlafen. Glückwunsch, mag man sich jetzt denken, aber wo ist der Disneyfilm? Um halb 9 wurde ich wieder wach, Nele ruft. Ein kurzer, zufriedener Blick auf die Uhr (geht doch) und langsam aus den warmen Laken geschält um zu schauen was Nele zu ihren „Mama, komma snell rüüba“-Rufen bewegt hat. Jetzt im nachhinein kommen sie mir vielleicht sogar etwas panisch vor… 

Beim betreten des Kinderzimmers traf mich der Schlag. Zunächst der olfaktorische, denn der Geruch war einfach nur widerlich. Hätte ich meine Nase schließen können, ich hätte es getan. Vorgewarnt durch den üblen Geruch traute ich mich schon gar nicht mehr meine Augen zu heben um zu erkunden woher er kam. Ich wusste es schon. Alles war voller Kot. Alles. Wände, Bett, Bettwäsche. Kuscheltiere, Bücher und nicht zuletzt die Kinder. Während Nele mir strahlend ihren Rücken präsentierte („Mama, Emma meine Rücke einecremt!“) wunderte ich mich nur darüber ob der Kotstreifen auf ihrer Nase sie nicht störte. Während sich die ‚Creme‘ bei Nele also nur fleckenweise zeigte war Emma von Kopf bis Fuss eingeschmiert. Haare, Gesicht, Bauch und Rücken, Beine und Arme. Einfach alles. In dieser Sekunde konnte ich nichtmal mehr schimpfen. Dazu hätte ich wohl auch tief Luft holen müssen und das war beim besten Willen nicht möglich, ohne einen Brechreiz auszulösen.

Manchmal funktioniert man einfach. Die Kinder wurden als erstes unter die Dusche verfrachtet. Noch so eine Premiere, denn bisher hatten die beiden zuviel Angst ihre geliebte Badewanne gegen den Duschkopf auszutauschen. Zweimal musste ich sie einweichen bis sie endlich sauber waren. Ich bilde mir übrigens trotzdem ein noch etwas zu riechen. Jedenfalls stand mir das schlimmste noch bevor – das Zimmer des Grauens. Damit die blitzesauberen Damen allerdings nicht wieder mitten in die Sauerei liefen und ich sie am Ende nochmal einer Extremreinigung unterziehen musste, suchte ich fieberhaft nach einer Möglichkeit die Mädels erfolgreich und für etwas längere Zeit zu beschäftigen. Etwas mit 120%-iger Garantie quasi. Gerne würde ich jetzt behaupten ich hätte sie mit einem Fädel- oder Sortierspiel beglücken können, doch es wurde Netflix. Und da ich nicht davon ausging, dass 10 Minuten ausreichen würden um das Kinderzimmer einer intensiven Grundreinigung zu unterziehen entschied ich mich für „Dumbo“. 

Mir blieb also eine Stunde und drei Minuten. Genauere Beschreibungen meiner survival-Reinigungsaktion erspare ich euch. Nur so viel, das Dschungelcamp kann mich nicht mehr schocken. Betten abziehen, Wände und Boden reinigen, Bett abwischen/abrubbeln, Kuscheltiere in die Waschmaschine. Statt,  wie empfohlen, zweieinhalb Verschlusskappen Hygienespüler wurden es vier. Am Ende stellte ich mich selbst auch noch unter die Dusche, der Geruch hing mir noch immer in der Nase. Ich schaffte es so eben innerhalb der Spielzeit von Dumbo fertig zu werden. Ingesamt habe ich mehr als zwei Stunden gebraucht um die Kinder, das Zimmer und mich zu säubern. 

Die Fenster lasse ich wohl noch etwas länger sperrangelweit aufstehen und hoffe, dass es irgendwann nach frischer Herbstluft riecht statt nach angetrocknetem Kacka.

Gefrühstückt haben wir dann übrigens so gegen halb 12. Wenn man die Schokodragees nicht mitrechnet, die die Kinder beim netflixen neben unserem Elternbett entdeckt haben.

Und so kamen meine Töchter mit nichtmal drei Jahren zu einem Disneyfilm, den sie bei einem ersten Frühstück aus Süßigkeiten am frühen Vormittag schauen durften…

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2 Gedanken zu “Wie meine Kinder mal vor dem Frühstück zu einem Disneyfilm kamen

  1. Oh herrlich….und ich dachte, so was passiert nur mir 🙂 Kinder scheinen keinen Ekel zu besitzen und wir trainieren ihnen diesen wohl wirklich an.
    fühl dich mal gedrückt, es wird anders, ganz sicher… und toi,toi,toi, ein weiteres Mal wird es nicht geben. (hoffe ich, auch für mich 😛 )

  2. Emma hat das leider schon öfter gemacht, aber in viel kleineren Portionen. Nie sich selbst sondern immer nur die Wände und Schränke. Eine zeitlang haben wir ihre Windel mit Kreppband zugeklebt, ihren Schlafanzug trägt sie immer verkehrt herum. Mal geht es lange gut, dann legt sie wieder los. Aber das heute übertrifft echt alles…
    Wenn es bei euch nur einmal war (ich erinnere mich sogar an den Beitrag) beneide ich euch sehr 😆

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